Bjørnkær Ruine

Foto: VisitOdder
Attraktionen
Vorzeitdenkmäler & Ruinen
Addresse

Gersdorffslundvej

8300 Odder

Kontakt
Zwei Kilometer westlich von Hou liegt die guterhaltene Burgruine "Bjørnkær". Diese besteht aus zwei Anhöhen, geschützt durch einen Doppelwall und Gräben mit und ohne Wasser. Um 1300 befand sich hier eine schwere Festung.

Bei einer Ausgrabung vorgenommen vom Nationalmuseum fand man in den Jahren 1930 bis 1935 bei der östlichen Anhöhe Reste eines Festungsturms aus Granit und Ziegelsteinen.

Im Keller des Turms fand man einen zwei Meter tiefen Brunnen, in dem sich zahlreiche Tonscheiben befanden. Diese ergaben 35 fast vollständige Gefässe, die eine komplette Ausrüstung zur Herstellung von Alkohol bilden. Diese ist die älteste Ausrüstung zur Branntweinherstellung des gesamten Nordens.

Ausser der Burgruine "Bjørnkær" hat das Museum von Odder noch eine andere mittelalterliche Burgruine freigelegt. Es handelt sich dabei um die Burgruine "Kjærsgård" in der Nähe von Hundslund. Die Ausgrabungen fanden im Jahre 1947 statt. Die Burganlage ähnelt in vielerlei Hinsicht "Bjørnkær".

Im Keller des Festungsturms fand man eine Reihe von Eisengegenständen sowie einige Münzen, die darauf schliessen lassen, dass die Burg bis zur Mitte des 15.Jhd.s in Betreib war.

So stellte man um 1300 im Keller des Turmes auf "Bjørnkær" Branntwein aus Korn her:

1. Bei der Herstellung von Branntwein wurde zunächst das Korn in einer der grossen Tonpfannen leicht geröstet.

2. Danach quetschte man das Korn und gab es zusammen mit Wasser in eines der grossen Deckelschüsseln.

3. Mit Ton dichtete man den Zwischenraum zwischen Deckel und Schüssel ab und kochte anschliessend das gequetschte Korn unter Überdruck. So wurde das Korn zu Stärkekleister.

4. Den Stärkekleister gab man durch einen der grossen Tontrichter und mischte ihn mit Grünmalz. Die Mischung stand und gärte so einen Tag lang, wodurch der Stärkekleister zu Zucker wurde.

5. Der Mischung wurde jetzt Hefe zugegeben, woraufhin die Gärung stattfand. Es entstand ein Produkt mit 1,5 bis 2% Alkoholgehalt.

Endlich konnte man nun mit dem eigentliche Brennvorgang beginnen:

Die dünne alkoholhaltige Flüssigkeit im Gärungstrichter wurde in die Schüssel rechts umgeschüttet und über der Schüssel befestigte man mit Ton einen der grossen Tontrichter. Oben im Trichter befestigte man einen Verschluss, durch den ein Bleirohr gestochen wurde. Dieses Rohr führte man durch einen kleinen Trichter nach links und weiter runter in den grauen handgebrannten Lägel.

Nun zündete man unter der grossen Schüssel Feuer an, wodurch die Alkoholdämpfe aufstiegen, erst durch den grossen Trichter und dann weiter durch das Bleirohr, wo die Dämpfe abkühlten und sich zu Alkohol verdichteten, der herunterfloss und so den grauen Lägel füllte. Um das Bleirohr kühl zu halten, füllte man ständig kaltes Wasser in einen kleinen Trichter, von woraus dieses langsam in die flache Schüssel floss.
Addresse

Gersdorffslundvej

8300 Odder

Verwandte Themen

Mehr sehen
Aktualisiert von: