Kjærsgård Burgstelle

Unmittelbar nördlich der Landstrasse zwischen Odder und Horsens, ca. 1 km westlich vom Åkær-Tal, befindet sich die kleine Burgruine „Kærsgård“. In der waldbedeckten Senke sieht man eine kleine viereckige Anhöhe, deren Seiten steil und deren Oberfläche flach ist. Ausserdem lassen sich Reste der umgebenden Wälle im Gelände erahnen.

Der nördliche und westliche Wallgraben haben jeweils eine Breite von 10 Metern. Der südliche Wallgraben ist einst genauso breit gewesen, wird jedoch durch heute durch den Weg  abgetrennt. Die Pfähle, die am Fusse der Burgruine gefunden wurden sind vermutlich Reste eines Pfahlzaunes.
Auf der östlichen Anhöhe, die heute vollständig abgetragen ist, befanden sich einst die Wohnhäuser und das Armenhaus. Nur schwache Umrisse dieses tieferen Teils der Burganlage sind heute noch zu erkennen. Dieser Teil der Burganlage ist viele Jahre bewirtschaftet worden, weshalb hier auch keine Ausgrabungen stattgefunden haben.

Bei Ausgrabungen an der 3,5 m hohen Burganhöhe ist ein Turm aus Holz entdeckt worden, der früher bei einem Brand zerstört worden war. Im Keller des Turmes wurden eine Handfessel, einige Gegenstände aus Keramik und ein gut erhaltener Hammer, dessen Kopf wie Schaft aus Eisen gefertigt ist, gefunden.

 Interessant, was die Datierung angeht, ist auuserdem ein bedeutender Fund bestehend aus 10 Silbermünzen. Von diesen weiss man, dass drei der Münzen aus Eriks Menveds Zeit stammen, angefertigt in Roskilde. Die restlichen Münzen stammen aus der Zeit Christoffer des 2. (1276-1332), hergestellt jeweils in Sønderjylland, Roskilde und Sakskøbing.
Dafür, dass die Burg im Kampf zerstört wurde, spricht der Fund von 30 Armbrustbolzen. Der Turm wurde im Kampf erobert, dabei durch einen Brand zerstört und danach nicht wieder aufgebaut. Der Fund eines Münzschatzes deutet darauf hin, dass der Überfall in den Jahren kurz nach 1332 stattgefunden haben muss.

Vor diesem Hintergrund ist es interssant, dass der Kærsgård-Mittelalterburg Namen zugeordnet werden können.

Aus einem Protokoll vom 2.März 1444 geht hervor, dass die Mitgift von Cæcilia, der Tochter des Ritters Laurits Trugotsen ,bei ihrer Hochzeit mit dem Ritter Marquard Rostrup die Höfe Kærgård und Svinballe in der Gemeinde Hundslund, sowie einem Grundstück in der Gemeinde Falling, beinhaltete. Die Übertragung der Ländereien hatte über 100 Jahre vor diesem Protokoll stattgefunden. Maquart Rostrup war um 1340 herum Befehlshaber des Holsteinischen Grafen auf dessen sehr wichtigem Stützpunkt Skanderborg Slot.

Er unterstütze somit den Grafen, und benötigte deshalb besonderen Schutz vor den jütländischen Herren. 1340 war das Jahr des Aufstandes der Jütländer gegen die Holsteinische Herrschaft. Es ist nicht bekannt, ob es Marquart Rostrup als Schwiegersohn von Trugotsen oder Trugotsen selbst war, der zu dieser Zeit Kærsgård bewohnte. Sicher ist gedoch, dass beide mit dem Grafen sympatisierten.

Deshalb ist es nicht ganz abwegig anzunehmen, dass es die jütländischen Aufständigen waren, durch die die Burg zerstört wurde.
Die Burg war sehr wahrscheinlich der erste Hauptsitz des grossflächigen Grundbesitzes, der heute zum Gut „Åkær“ gehört.

Es besteht freier Zugang zur Burgruine. Parkmöglichkeiten an der Westseite.